Trauma Therapie NARM (Entwicklungstrauma)

Das von Dr. Laurence Heller entwickelte Neuroaffektive Beziehungsmodell NARM (für engl. NeuroAffective Relational Model) lässt in der Arbeitsmethodik Ähnlichkeiten zu Somatic Experiencing erkennen, hat im Aufbau aber einen völlig unterschiedlichen Ansatz, der sich dem Entwicklungstrauma zuwendet. Ein Entwicklungstrauma kann dort – in der Regel im frühen bzw. frühesten Kindesalter – entstehen, wo mit Blick sowohl auf das Nervensystem wie auch die Beziehungsebene die neurophysiologische und psychologische Entwicklung beeinträchtigt waren. Der Weg aus der resultierenden Deregulierung und den damit verbundenen Überlebensstrategien in die Selbstregulierung und Präsenz orientiert sich an der Frage : „Was hält mich jetzt in diesem Moment davon ab, im Hinblick auf mich selbst und andere vollständig präsent zu sein?“ und erforscht mögliche Antworten auf diese Frage sowohl auf kognitiver wie auch auf emotionaler und körperlicher Ebene.

Dr. Laurence Heller:

In neueren Jahren hat sich die Rolle der Selbstregulierung als wichtiger Aspekt psychologischen Denkens durchgesetzt. Das neuroaffektive Beziehungsmodell überträgt den aktuellen Kenntnisstand zur Selbstregulierung in die klinische Praxis. Der Schwerpunkt dieses ressourcenorientierten, nichtregressiven Modells liegt darauf, dem Einzelnen zu helfen, mit jenen Anteilen in sich in Kontakt zu gelangen, die organisiert und kohärent und einwandfrei funktionieren. Es wirkt darauf hin, Organisation in jene Anteile zu bringen, deren Organisation und einwandfreies Funktionieren gestört sind, ohne die regredierten, dysfunktionalen Elemente zum primären Gegenstand der Therapie zu machen.

Zentrale Prinzipien
Im Mittelpunkt des NARM-Ansatzes stehen die fundamentalen Aufgaben, die im Zuge unserer biologischen und psychologischen Entwicklung zu erfüllen sind sowie deren funktionelle Einheit.

Das NARM-Modell:

Bildet einen integrierten Ansatz mit therapeutischer Ausrichtung auf das Nervensystem wie auch auf die Beziehungsebene.

Ermöglicht entwicklungspsychologisch sinnvolle klinische Interventionen basierend auf achtsamer Beobachtung somatischer Phänomene und einer starken Ressourcenorientiertheit, um so nachhaltig die Selbstregulierungskräfte des Nervensystems zu verankern.

Setzt klinisch an der Nahtstelle zwischen psychologischen Problemstellungen und dem Körper an. Hierbei erleichtert es den Zugang zu den Selbstregulierungsfähigkeiten des Körpers und unterstützt die Reregulierung des Nervensystems.

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